Dekanat Dreieich

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45 Menschen wurden am und im Langener Waldsee getauft

Wie einst Jesus im Jordan…

Evangelisches Dekanat DreieichEiner von 45 - Täufling Dominik Grande.

45 Täuflinge und ihre Familien hatten die Einladung zur Taufe unter freiem Himmel angenommen, und trotz der kühlen Witterung waren fast 1.000 Besucher zum dritten Tauffest an den Langener Waldsee gekommen.

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„Gott nimmt mich so, wie ich bin“, stellte Reinhard Zincke in seiner Predigt beim dritten Tauffest im Evangelischen Dekanat Dreieich fest. „Das bedeutet, mit allen meinen Fähigkeiten und Gaben, mit meinen Stärken und Schwächen. Er gibt mir aber auch die Verantwortung, etwas daraus zu machen – für mein eigenes Leben und für das in der Gemeinschaft“, fuhr der Dekan fort. In der Liturgie erzählte er die Geschichte von der Taufe Jesu am Fluss Jordan. 

Sechs Geistliche tauften am und im See

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst im voll besetzten Zelt, den Präses Frauke Grundmann-Kleiner und Dekan Reinhard Zincke gemeinsam hielten. Die musikalische Gestaltung hatte Ena Roth übernommen. Mit Gesang und Keyboard sorgte die Langener Musikerin gemeinsam mit Alexander Hanke am Saxophon für den richtigen Groove. Die Kollekte ist für die Arbeit mit sozial benachteiligten Familien im Dekanat bestimmt.

Sechs Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden aus Egelsbach, Langen und Neu-Isenburg vollzogen die Taufhandlungen an verschiedenfarbigen Stationen am Ufer. Sie tauften zum einen auf traditionelle Weise mit einer Taufschale am See, die Mehrzahl der Täuflinge entschied sich jedoch trotz der eher niedrigen Temperaturen für ein Eintauchen im Wasser. Danach ging die Feier mit allen Gästen bei Musik, Essen und Trinken im großen Zelt am Ufer weiter.

Täuflinge aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet

Aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet kamen die Täuflinge, unter ihnen fünf Erwachsene, sechs Teenager und vier Babys. Das Alter reichte vom zwei Monate alten Säugling bis hin zur 60-Jährigen. Die Neu-Isenburger Pfarrerin Mechthild Dietrich-Milk taufte eine 39-jährige Mutter zusammen mit ihren drei Kindern.

Während die meisten direkt aus dem Dekanat Dreieich stammen, nahmen andere einen längeren Anreiseweg aus dem vorderen Odenwald oder dem Taunus in Kauf. So Familie Althaus aus Kronberg. Nach der Taufe von Tochter Lenja beim Tauffest 2015 taufte die Gravenbrucher Pfarrerin Barbara Friedrich nun die kleine Schwester Jara. „Die schöne Zeremonie war wieder ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis für uns und unsere Familien“, so Kirsten Althaus.

Bei allen drei Tauffesten dabei

„Wiederholungstäter“ sind auch Viewebers aus Dreieich. Nachdem die älteren Brüder bereits 2011 und 2015 im Waldsee getauft worden waren, war in diesem Jahr die einjährige Elin an der Reihe. Während Christiane Musch die Taufhandlungen vollzog, sprachen Kian (elf Jahre), Davin, (neun), und der fünfjährige Lion den Taufspruch für ihre kleine Schwester - ein anrührender Moment. „Es ist diese besondere Mischung aus großer Gemeinschaft, die man spürt, und der Privatsphäre, die man während des Taufakts am See selbst hat, die viele Menschen berührt“, weiß die Langener Pfarrerin aus Erfahrung.

„Die Taufen der frühen Christenheit fanden in der Regel in Seen und Flüssen statt, und somit unter freiem Himmel“, erläutert Martin Diehl. „Viele Menschen fühlen sich in Gottes freier Natur ihrem Schöpfer besonders nahe“, weiß der Egelsbacher Pfarrer. Er taufte unter anderem eine Gruppe von Jugendlichen im See, die im kommenden Jahr konfirmiert werden. „Als die Idee beim Elternabend aufkam, entschieden sich spontan alle betroffenen Konfis für diese unkonventionelle Lösung“, erinnert er sich.

Genauso getauft werden, wie Jesus

„Zu uns passt diese Form der Taufe, weil wir naturverbunden sind und sehr viel Zeit draußen verbringen, außerdem lieben die Kinder das Wasser“, erläutert die Langenerin Patricia Gerhard ihre Beweggründe. Ihre Kinder Ben und Emilie freuten sich schon lange darauf, von Pfarrer Steffen Held im Waldsee untergetaucht zu werden, wie in urchristlicher Zeit. „Ich will genauso getauft werden, wie Jesus!“, hatte Emilie bereits im Vorfeld beteuert.

Auch die neunjährige Frida aus Langen hatte sich den Langener Waldsee ausgesucht, „weil das der Taufe von Jesus sehr ähnlich ist: Hier konnte ich bei der Taufe komplett im See eintauchen.“ Mutter Lisa Hardegen erklärt: „Da unsere Tochter schon etwas größer ist, kam uns diese Art der Zeremonie in lockerer Atmosphäre sehr entgegen. Ich finde es toll, dass die Kirche solche Alternativen zur traditionellen Taufe anbietet.“

Offene Form der Gemeinde

Held sieht in dem Ereignis „eine wunderbare Ergänzung zu den bunten und vielfältigen Gottesdiensten, die wir in unseren Kirchen feiern“. So biete sich die Möglichkeit, Neues, Kreatives auszuprobieren. „Gleichzeitig begegnen wir auch Menschen, die sich durch diese Art der kirchlichen Feier an diesem ungewöhnlichen Ort eher angesprochen fühlen“, bemerkt der Geistliche. Nach Meinung seiner Kollegin Stefanie Keller gilt dies „beispielsweise für Patchwork-Familien, die diese offene Form der Gemeinde in besonderer Weise schätzen“, so die Langener Pfarrerin.

Im Dekanat Dreieich gibt es eine lange Tradition, Gottesdienste unter freiem Himmel zu feiern. Das erste große Tauffest fand 2011 am Langener Waldsee statt, das nächste vier Jahre später – jeweils mit bis zu 1.000 Gottesdienstbesuchern aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet.

Bewusste Entscheidung für die Taufe

„Viele Menschen warten heute mit der Taufe, bis ihr Kind älter ist“, erklärt Dekan Reinhard Zincke. Später brauche es dann häufig den richtigen Anlass, sich mit dem Thema neu auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung biete Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen Rahmen, sich für die Taufe zu entscheiden. „Unsere Erfahrung hat sich auch jetzt wieder bestätigt, dass sich insbesondere die Menschen angesprochen fühlen, die sich bislang nicht zu einer Taufe entschließen konnten“, ergänzt Frauke Grundmann-Kleiner, Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands. „Es ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre hier.“

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