Dekanat Dreieich

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Dreieicher Pfarrer Jochen-Martin Spengler ist 60

Von der Bühne auf die Kanzel

Evangelisches Dekanat DreieichDer beliebte Geistliche ist seit 2002 DSV-Mitglied und fungiert seitdem auch als stellvertretender Dekan.

Seine jugendliche Ausstrahlung hat er sich bewahrt – der langjährige Dreieicher Pfarrer Jochen-Martin Spengler beging seinen 60. Geburtstag in aller Ruhe: Abends schön essen mit seiner Frau Ulrike, tagsüber „arbeiten – was sonst?“

Evangelisches Dekanat DreieichJochen-M. Spengler kam 1992 nach Dreieich, seit der Gemeindefusion ist er Pfarrer in der Versöhnungsgemeinde Buchschlag-Sprendlingen.

Aufgewachsen in einem liberalen Pfarrhaus, schien ihm dieser Berufsweg geradezu in die Wiege gelegt. Doch so ganz geradlinig verlief seine Laufbahn nicht: Geboren in Marburg, zog er mit Eltern und drei Geschwistern erst nach Bad Homburg und 1973 nach Darmstadt, wo sein Vater später zum Kirchenpräsidenten berufen wurde. Nach dem Abitur nahm er direkt zum Wintersemester 1978/79 sein Theologiestudium in seiner Geburtsstadt auf. „Meine damalige Freundin wohnte dort“, erklärt er augenzwinkernd die Wahl des Studienorts.

Doch 1980 wechselte er an die Uni Gießen, um dort drei Jahre lang Musik und Religion auf Lehramt zu studieren. Gleichzeitig fing er an, selbst Rockmusik zu machen. „Es stellte sich heraus, dass ich als Sänger eine äußerst belastbare Stimme habe“, grinst er. So wandelte er als Frontmann der Band „Steelyard“ (Schrottplatz) fortan auf den Spuren von Deep Purple, gab zahlreiche Konzerte und nahm auch Platten auf. 1983 war er als Tourbegleiter im Rock- und Pop-Merchandising in ganz Europa unterwegs. „Das war ein knappes Jahr pures Abenteuer“, erinnert er sich, „danach wollte ich zurück ins echte Leben.“ So entschied er 1984, sein Theologiestudium zu Ende zu führen.

„In dieser Zeit habe ich weiter Musik gemacht und war auch bei den Fachbereichsfeten für die Beschallung zuständig“, erklärt er. Sein Studium finanzierte er durch Unterricht in Altgriechisch, gab Ferienkurse für Theologiestudenten und hatte auch eine Tutorenstelle inne. Nach seinem Vikariat in Battenberg kam Spengler 1992 nach Dreieich, zunächst als Pfarrer der Versöhnungsgemeinde Sprendlingen. Mit der Fusion zog er mit seiner Frau 2006 ins Pfarrhaus nach Buchschlag.

Das Paar kennt sich seit 33 Jahren. „Wir haben gleich gewusst, dass wir heiraten, nach drei Tagen haben wir das Aufgebot bestellt, drei Wochen später war Hochzeit“, denkt er zurück. Sie haben es nicht bereut. Nach ihrer Ausbildung als Kinderkrankenschwester besuchte seine Frau das Abendgymnasium, studierte Psychologie und arbeitet heute als Psychologische Psychotherapeutin.

Bereits 2002 war der Theologe in den Dekanatssynodalvorstand des Evangelischen Dekanats Dreieich gewählt worden. Seither gehört er dem Gremium an und fungiert zudem als stellvertretender Dekan.

Schon immer galt Spenglers Begeisterung weniger der wissenschaftlichen Theologie als dem praktischen Pfarrberuf. „Das ist bis heute so geblieben“, stellt er fest. „Die Gestaltungsfreiheit und das ‚Nicht-spezialisiert-sein-müssen‘ kommen mir mit meinen vielen Interessen und Begabungen sehr entgegen“, erklärt er. Die Musik spielt nach wie vor eine große Rolle in seinem Leben: So hält er beim BOA!-Festival einen Open-Air-Gottesdienst und verschafft mindestens zwölfmal pro Jahr dem Organisten etwas Freizeit, indem er selbst mit Gitarre und Keyboard die musikalische Begleitung übernimmt.

Er versteht sich als Geistlicher, der versucht, über schwierige Fragen des Lebens und Sterbens für seine Zuhörer verständlich nachzudenken: um zu trösten, zu stärken und herauszufordern. Besonderen Wert legt er auf die Gottesdienste. „Bei den Predigten gebe ich mir große Mühe“, gibt er zu. Dies könnte erklären, warum die Kirche vergleichsweise gut gefüllt ist, wenn er auf der Kanzel steht. Eine Sammlung seiner Ansprachen finden Interessierte in dem Buch „Phantasie predigt“.

Als zweiten Schwerpunkt nennt Spengler die Seelsorge, die ihm immer wichtiger wird. „Ich lasse die Schicksale meiner Gemeindemitglieder sehr dicht an mich heran, das spüren die Menschen“, weiß er. Daneben liegt ihm die Konfirmandenarbeit sehr am Herzen. „Es macht mir Spaß, mit Jugendlichen zu tun zu haben“, erklärt er. „Ich bin einfach interessiert an ihrem Leben, Leiden und Lachen und versuche gleichzeitig, Wesentliches meiner Lebens- und Glaubenserfahrungen an sie weiterzugeben“.

Dass ihr Pfarrer nahbar ist, wissen die Leute zu schätzen. „Ich bin für die Anliegen anderer immer ansprechbar“, stellt er klar. Hierbei ist er nicht nur als Ratgeber gefragt, sondern auch als kompetentes Gegenüber in Sachen Fußball. Einst selbst auf dem Spielfeld, zuletzt in der Jugend von Darmstadt 98, hatten Knieprobleme seine aktive Karriere beendet. Im Stadion am Böllenfalltor ist der glühende Lilien-Fan Stammgast - mit blau-weißem Schal, versteht sich.

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