Dekanat Dreieich

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Carolin Jendricke hat mehr als 13.000 Evangelische im Blick

Lebensthemen der Generation 55+

Carolin JendrickeDie Sozialpädagogin und Gerontologin Carolin Jendricke bekleidet seit Oktober die Projektstelle 55+ im Evangelischen Dekanat Dreieich.

Von den 68ern bis zu den Babyboomern reicht ihre Zielgruppe: Carolin Jendricke widmet sich im Evangelischen Dekanat Dreieich der Generation 55+ und hat damit die Wünsche und Bedürfnisse von mehr als 13.000 Protestanten in Dreieich, Egelsbach, Langen und Neu-Isenburg im Blick. Ihr Dienstsitz ist im Langener Katharina-von-Bora-Haus.

Ihrem Anstellungsträger erscheint die 28-Jährige als Idealbesetzung für die Stelle, die eigens geschaffen wurde, um mit innovativen Angeboten ältere Erwachsene anzusprechen. „Sie stammt aus Langen, kennt die Strukturen in der Region und ist durch ihr langjähriges Engagement in der Kirchengemeinde sowie im Vereinssport hier bestens vernetzt“, erklärt Dekan Reinhard Zincke. Auch mit den inhaltlichen Anforderungen ist sie vertraut: Ihrem Bachelor in Sozialer Arbeit ließ sie noch einen Master in Gerontologie folgen.

Während ihres Studiums der Alterswissenschaften an der Uni Vechta nahm die Sozialpädagogin stets den menschlichen Lebenslauf insgesamt wahr. „Alter wird heterogener, es gibt keine starren Lebensphasen, die bestimmte Attribute und Eigenschaften mit sich bringen“, erläutert sie.

Ein besonderes Anliegen ist ihr der Dialog der Generationen. Weil Aktivitäten für verschiedene Altersgruppen häufig voneinander getrennt sind, möchte sie „Begegnungsräume schaffen, in denen sich Menschen unterschiedlichen Alters treffen können“. Dass dieser Austausch sehr bereichernd sein kann, weiß sie aus eigener Erfahrung. Aufgewachsen in einem familiären Mehrgenerationenhaus, hat sie keine Berührungsängste, was den Umgang mit deutlich älteren oder jüngeren Menschen angeht. „Seit mehreren Jahren bin ich fester Bestandteil einer Senioren-Tischtennisgruppe und finde es sehr schön, bei unseren Zusammenkünften und gemeinsamen Feiern am Leben der anderen teilzunehmen“, stellt sie fest.

„Ich sehe es als meinen Auftrag an, im Gespräch mit den Menschen herauszufinden, was ihre konkreten Anliegen und Bedürfnisse sind“, sagt sie. „Wir müssen deutlich machen, dass die Kirche nicht nur ein Ort für die ganz Kleinen und die Hochaltrigen ist“, legt sie dar. Dafür sei es notwendig, gesellschaftliche Kernfragen aufzunehmen, die Menschen dieses Alters gerade intensiv umtreiben.

Als deren Lebensthemen sieht die Gerontologin beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege Angehöriger oder aber die Vorbereitung auf den Ruhestand. Daneben zögen viele Mittfünfziger auch Bilanz: „Wo stehe ich – beruflich und privat, und welches sind offene Wünsche?“ So weist sie darauf hin, dass die Zielgruppe über finanziell abgesicherte, gesunde und aktive Menschen hinausgeht und nennt das Stichwort „Altersarmut“. Hier sei die Frage: „Was können wir für diejenigen tun, denen es nicht so gut geht?“.

Nun will sie die weitere Vernetzung mit Institutionen in der Region vorantreiben und bestehende Kooperationen ausbauen. „Gleichzeitig müssen die Kirchengemeinden die große und wichtige Zielgruppe der über 55-Jährigen verstärkt in den Blick nehmen“, betont sie. Dafür hat sie vor, in den einzelnen Gemeinden die Menschen in der zweiten Lebenshälfte zu Auftaktveranstaltungen einzuladen. Ihnen will sie die Projektstelle präsentieren und sie nach ihren Wünschen fragen, um eine Bedarfsanalyse machen zu können.

Gerne würde sie eine Veranstaltungsreihe für Erwachsene zu Umwelt und Klimaschutz initiieren. „Das ist einerseits gerade brandaktuell, andererseits ist die Bewahrung der Schöpfung ein urchristliches Anliegen“, erörtert sie. Hier könne man ein Bewusstsein für die Problematik schaffen und zugleich konkrete Tipps für die praktische Umsetzung im Alltag geben.

Auf jeden Fall würde sie gerne mit dem Evangelischen Dekanat Dreieich Partner der „Route55plus“ werden, einer Initiative der Hessen-Nassauischen und Kurhessischen Landeskirchen. Es handelt sich hierbei um eine Online-Plattform, über die Menschen dieser Altersgruppe die Möglichkeit haben, Gleichgesinnte zu finden, mit denen sie sich austauschen oder gemeinsame Projekte entwickeln können. „In dieser Generation gibt es viele Alleinstehende“, weiß Jendricke. „In den Dekanaten Alsfeld und Hanau hat sich dieses Tool zur Kontaktaufnahme und -pflege bewährt.“

Eine andere Idee ist es, das Thema Biographiearbeit einmal anders aufzubereiten, nämlich mit Musik. „So entsteht etwa aus zwölf Liedern, mit denen man Menschen und Ereignisse verbindet, ein individueller Soundtrack des Lebens“, umreißt sie das Projekt. Auch eine „After-Work-Andacht“ zieht sie in Betracht.

Dass es nicht einfach ist, Männer in der Mitte des Lebens zu erreichen, ist der Sozialarbeiterin bewusst. „In Langen gibt es aus der Gemeinde heraus bereits die Überlegung, ein Werkstattangebot aufzulegen, wo sich Interessierte in einem Container handwerklich betätigen können“, berichtet sie. „Das wird sicher viele Männer ansprechen, und ich kann mir gut vorstellen, dass hier Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen oder Menschen unterschiedlicher Nationen gemeinsam werkeln.“ Ihr ist daran gelegen, Doppelt- und Konkurrenzangebote zu vermeiden und Projekte zu entwickeln, die Männer und Frauen gleichermaßen ansprechen. „Eine Trennung nach Geschlechtern ist nicht meine Intention.“

Zur Person:

Carolin Jendricke, Jahrgang 1990, ist geboren und aufgewachsen in Langen. Als staatlich anerkannte Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin erlangte sie im September ihren Master in Gerontologie an der Universität Vechta – eine Hochburg der Alterswissenschaften in Deutschland. Nach dem Abitur hatte sie zunächst damit begonnen, Theologie zu studieren, entschied sich jedoch für ein Bachelorstudium in Sozialer Arbeit in Darmstadt. Derzeit absolviert sie dort an der Evangelischen Hochschule berufsbegleitend ein Studium der Gemeindepädagogik. In Ihrer Freizeit fotografiert sie gerne, außerdem spielt sie seit vielen Jahren Handball.

Bereits als Jugendliche engagierte sich Carolin Jendricke in der Evangelischen Kirchengemeinde ihrer Heimatstadt – sowohl in der Kinder- und Jugendarbeit, als auch in der Arbeit mit Senioren. Als knapp 19-Jährige war sie 2009 das jüngste Mitglied im Kirchenvorstand der größten Gemeinde der Landeskirche. Ihre 2015 begonnene Ausbildung zur Prädikantin steht kurz vor dem Abschluss. Zum 1. Oktober 2018 legte sie aus Gründen der Rollenklarheit ihre Ehrenämter in der Gemeinde nieder und ist nun in hauptamtlicher Funktion im Dekanat unterwegs.

Frischer Wind in der kirchlichen Seniorenarbeit

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat beschlossen, fünf Projektstellen für „Innovative Arbeit mit jüngeren Seniorinnen und Senioren“ einzurichten. Neben den Dekanaten Nassauer Land, Bergstraße, Kronberg und Alsfeld bekam im Bewerbungsverfahren auch Dreieich den Zuschlag. Die Vollzeitstellen der Gemeindepädagoginnen und -pädagogen werden für fünf Jahre finanziert (2018-2022).

Die Projektverantwortlichen haben den Auftrag bekommen, Bedürfnisse und Interessen der sogenannten „jungen Alten“ aufzuspüren und geeignete Angebote zu entwickeln. Ungewöhnliche inhaltliche Zugänge und Veranstaltungsformate können ausprobiert werden. Ein Augenmerk richtet sich auf Generationen verbindende Begegnungen und die Arbeit mit Männern in der zweiten Lebenshälfte.

Kontakt:

Carolin Jendricke
Innovative Erwachsenenarbeit 55+
im Evangelischen Dekanat Dreieich
Telefon: 06103 / 9888069
E-Mail: carolin.jendricke.dek.dreieich @ ekhn-net.de

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