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Nach 24 Jahren in Sprendlingen ist Thomas Ledig nun im Ruhestand

„Mit Leib und Seele Pfarrer“

Evangelisches Dekanat DreieichNach 24 Jahren in der Christuskirchengemeinde Dreieich verabschiedeten Pröpstin Karin Held (rechts), Dekan Reinhard Zincke und Präses Grundmann-Kleiner (von links) Pfarrer Thomas Ledig offiziell in den Ruhestand.

Fast ein Vierteljahrhundert war Thomas Ledig Pfarrer in der Sprendlinger Christuskirchengemeinde. Seit dem 1. Oktober 2019 ist er Rentner. In einem Festgottesdienst nahm die Gemeinde Abschied. Die Predigt hielt er selbst, Pröpstin Karin Held entpflichtete ihn offiziell vom Dienst, bevor Dekan Reinhard Zincke die Schlussliturgie übernahm.

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Seinen Dienst trat der gebürtige Berliner am 1. Oktober 1995 in Dreieich an und fungierte dort fast 20 Jahre lang als Vorsitzender des Kirchenvorstands. Gemeindliche Schwerpunkte legte er auf diakonische Aktivitäten. So war er Vorsitzender der Diakoniestation Pflegedienste Dreieich und stellvertretender Vorsitzender des Diakonievereins. Beide Ehrenämter wird er auch als Ruheständler fortführen. Auch als Mitglied im Dekanatssynodalvorstand im Evangelischen Dekanat Dreieich war er 20 Jahre lang verantwortlich für diesen Bereich. Darüber hinaus engagierte er sich in der Seniorenarbeit, bot wöchentliche Seniorennachmittage an und organisierte gemeindeübergreifende Seniorenfreizeiten, die sich großer Beliebtheit erfreuten.

Dabei wollte er ursprünglich Lehrer werden und nahm an der Pädagogischen Hochschule Berlin ein Studium der Biologie und Musik auf. „Da ich nicht Klavier spielen konnte, habe ich das mit der Musik allerdings nach einem Semester an den Nagel gehängt“, erzählt er schmunzelnd. Als er später nach Hessen übersiedelte, stellte er fest, dass hier für Lehramtsstudenten zwei Fächer verpflichtend sind. Während der Wartezeit auf einen Studienplatz hielt er sich mit einem Lehrauftrag für Biologie, Chemie und Musik an einer Schule in Groß-Gerau über Wasser. „Erst hatte ich vor, als zweites Fach Religion zu nehmen, bin aber dann doch direkt bei den Volltheologen in Frankfurt eingestiegen“, erinnert er sich. Bei der Entscheidungsfindung spielte zweifellos seine Grund- und Realschulzeit an einer evangelischen Privatschule eine Rolle. Dort war Religion Hauptfach – „wir hatten sechs Stunden ‚Christenlehre‘ pro Woche, das prägt“, erläutert er.

Gerne denkt er an seine Zeit an der Goethe-Uni zurück: „Das war ein sehr linksliberales Klima, Professoren und Studenten haben sich geduzt.“ Ganz anders an der Mainzer Gutenberg-Universität, wohin er dann mit seiner späteren Frau Christel und seinem Freund Kurt Hohmann wechselte. „Das war im Vergleich total konservativ“, weiß er noch. Doch die drei angehenden Pfarrer fühlten sich von Größen wie Luise Schottroff und Dorothee Sölle angezogen, die seinerzeit in der Stadt am Rhein lehrten.

1983 begann er als Pfarrvikar im Frankfurter Stadtteil Schwanheim. „Der damaligen Pröpstin Helga Trösken hatte ich es zu verdanken, dass ich dort nach Ende der zweijährigen Vikariatszeit noch weitere zehn Jahre als Pfarrer amtieren konnte und nicht – wie üblich – auf eine andere Stelle wechseln musste“, denkt er zurück. Nach zwölf Jahren erfolgte der Wechsel nach Sprendlingen, wo er die Christuskirchengemeinde zunächst zusammen mit seinem damaligen Kollegen Peter Scherle betreute. 2008 begleitete er die Fusion mit der Friedensgemeinde.

„In den 24 Jahren hier habe ich mich sehr wohl gefühlt“, stellt er fest. Die vielfältigen Aufgaben, die große Bandbreite und die Gestaltungsmöglichkeiten schätzte er sehr. Neben den traditionellen Sonntagsgottesdiensten hatte er Freude am Kontakt zu den Menschen. „Die Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen und über 80 freiwillig Engagierten war überaus positiv“, sagt er. So erlebte er den Kirchenvorstand als „sehr aufgeschlossenes Gremium, dessen Mitglieder bereit waren, aktiv mitzuarbeiten und ihre Fähigkeiten einzubringen“.

Über die rein berufliche Ebene hinaus entstanden in all den Jahren auch viele Freundschaften. Für etliche Sprendlinger ist er inzwischen „so etwas wie der ‚Familienpfarrer‘ – da habe ich von Taufen über Konfirmationen und Hochzeiten bis hin zu Beerdigungen schon alles durch“, lächelt er. „Ich war mit Leib und Seele Pfarrer“, gibt er zu. „Die täglichen Gänge ins Büro, die Termine und Besuche vermisse ich schon ein wenig.“ Doch aus dem Tagesgeschäft wird er sich künftig raushalten: Seine Aktivitäten in der Gemeinde will er auf das Mitsingen im Kirchenchor beschränken.

Begegnen werden die Sprendlinger ihrem langjährigen Seelsorger auch in Zukunft öfters: Er hat das Pfarrhaus leergeräumt und eine Wohnung im Stadtteil bezogen. Über der „radikalen Verkleinerung“ seines Hausstandes musste er sich zunächst einmal von seinem Traum verabschieden, Klavierspielen zu lernen: „Ich habe mein Piano verschenkt, weil ich es einfach nicht unterbrachte“, sagt er achselzuckend. Nun bleibt ihm Zeit, um Freundschaften zu pflegen, kulturelle Aktivitäten wieder aufleben zu lassen, Schwimmen zu gehen oder zu lesen. „Und vor allem will ich mich jetzt verstärkt um meine zweijährige Enkelin Zoé kümmern!“

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