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Vier Fragen an Dekan Reinhard Zincke zur Mondlandung vor 50 Jahren

„Eine spannende Inszenierung“

Evangelisches Dekanat DreieichReinhard Zincke, Jahrgang 1955, verfolgte das Ereignis am Schwarz-Weiß-Fernseher. Seit 2006 Dekan im Evangelischen Dekanat Dreieich, wirkt er darüber hinaus seit 1998 als Pfarrer an der Stadtkirche Langen.

Anlässlich der ersten Mondlandung 1969 fragte die Langener Zeitung Dekan Reinhard Zincke, wie er seinerzeit als 14-Jähriger das Jahrhundertereignis verfolgte.

Evangelisches Dekanat Dreieich

Herr Zincke, wie und wo haben Sie seinerzeit die Mondlandung erlebt?

Ich war damals mit der Familie im Urlaub in der Schweiz und kann mich noch genau an diesen Abend und den frühen Morgen erinnern. Wir saßen dicht gedrängt in einem Wirtshaus und haben alles auf einem kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirm verfolgt – etwas verschwommen, aber das Wichtigste war zu erkennen und zu hören…

Waren Sie beziehungsweise die Leute allgemein sich damals der Tragweite bewusst?

Ja sicher! Wir waren ja über Jahre hinweg mit den ganzen Apollo-Missionen vorbereitet worden. Und als junge Menschen fieberten wir natürlich mit beim Wettlauf der Weltmächte zum Mond. Das war eine spannende Inszenierung.

Würden sie sagen, das war und ist das Ereignis der vergangenen hundert Jahre?

Nein, ganz gewiss nicht! Das waren der Erste und noch mehr der Zweite Weltkrieg, dessen Beginn am 1. September 1939 sich heuer zum 80. Mal jährt. 50 Millionen Kriegstote und die Ermordung von sechs Millionen Juden lassen sich auch durch eine Mondlandung nicht verdrängen, zumal der wirkliche Nutzen dieser Weltraum-Mission eher in Frage steht.

Würden Sie gerne mal zum Mond fliegen – soll ja bald mit genug Kleingeld in der Tasche möglich sein…?

Erstens habe ich das Kleingeld nicht, zweitens gibt es sinnvollere Projekte und drittens hätte ich zu viel Angst. Natürlich wäre es schön, den blauen Planeten mal aus der Außenperspektive zu sehen, die Schönheit und gleichzeitig die Zerbrechlichkeit wahrzunehmen. Ich glaube, an diesem Punkt kommen sich Astronauten und Theologen sehr nahe. Beide kommen zum gleichen Schluss – wie auch Alexander Gerst beim jüngsten Weltraumeinsatz: Wenn wir diesen Planeten, Gottes gute Schöpfung, auch für zukünftige Generationen bewahren wollen, dann muss sich jetzt etwas in unserem Verhalten und in der Politik ändern.

Das Interview führte
Holger Borchard

(erschienen in der Langener Zeitung vom 20.07.2019)

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