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50. Jubiläum der Evangelischen Familienbildung im Kreis Offenbach

„Weisheit erwerben ist besser als Gold“

Evangelische Familienbildung im Kreis Offenbach50 Jahre passgenaue Angebote für Familien: Kreisbeigeordneter Carsten Müller (links), Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt, die Dreieicher und Rodgauer Dekane Reinhard Zincke und Carsten Tag, Präses Frauke Grundmann-Kleiner (Dreieich) sowie Dr. Rainer Hollmann, stellvertretender Präses im Dekanat Rodgau (hintere Reihe, von links) freuen sich mit Petra Graf, Fatima Kardes, Heidi Ernst und Leiterin Angela Ruland von der Evangelischen Familienbildung (vorne, von links) über den runden Geburtstag.

„Geborgen und frei – in der Burg“ lautete das Motto zum Auftakt der Langener Sommerkirche, bei der sich in diesem Jahr alles um Lieder der Reformation dreht. Im bis auf den letzten Platz besetzten Petrus-Gemeindehaus feierten die Besucher im Rahmen des Gottesdienstes auch das Jubiläum der Evangelischen Familienbildung im Kreis Offenbach.

Im Jahr 1967 von der evangelischen Frauenhilfe ins Leben gerufen, macht die Einrichtung seit nunmehr 50 Jahren bedarfsgerechte Angebote für Familien in allen Lebensphasen. In seiner Predigt ging Pfarrer Steffen Held auf das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ ein, in dem der Reformator das biblische Bild der Burg aus Psalm 46 aufnahm. „Singend wollte Luther seine Erkenntnis und Überzeugung weitergeben, dass wer auf Gott vertraut, nicht auf Sand gebaut hat“, so Held. Der 1529 veröffentlichte Choral entwickelte sich schnell zum „Gassenhauer“. Bis heute ist die Popularität des protestantischen Klassikers nach wie vor ungebrochen. „Geborgenheit und Freiheit, die Luther wichtig waren, finden sich auch in Familien und Gemeinschaft und sind insofern relevant für die evangelische Familienbildung“, so die Überleitung des Langener Kirchenvorstandsvorsitzenden zu den Jubiläumsfeierlichkeiten.

In seiner Begrüßung wies Dekan Reinhard Zincke auf die zentrale Bedeutung der Bildung als einer der stärksten Impulse hin, die von der Reformation ausgingen. Er dankte den Vertretern von Kreis und Kommunen für die Unterstützung und den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden für ihr hohes Engagement. „Es freut mich besonders, dass auch die ehemaligen Leiterinnen Marga Stahlmann und Christa Liebl-Wachsmuth heute hier mit uns feiern!“

In einem historischen Abriss machte Angela Ruland deutlich, dass die Anfänge der Familienbildung bis ans Ende des 16. Jahrhunderts zurückgehen, in die Zeit der „Hausväterliteratur“. Diese Ratgeber verfassten meist evangelische Geistliche, so die Leiterin der Familienbildung. Sie enthielten neben Land- und forstwirtschaftlichen Anleitungen auch Informationen zu Ernährung, Kleidung, Hygiene, Säuglings-, Alten- und Krankenpflege. Mit der Zeit habe sich der evangelische Bildungsansatz entwickelt, Menschen möglichst früh zu befähigen, eigene Entscheidungen zu treffen. So nannte sie die 1633 erschienenen Informationen zur „Mutterschul“ des evangelischen Theologen, Philosophen und Pädagogen Johann Comenius. „Ohne die Reformation wäre die Entwicklung einer modernen Familienbildungsarbeit nicht denkbar“, ist die Diplom-Pädagogin überzeugt.

Immer am Bedarf der Menschen orientiert, hat sich das Programm mit den Jahren ständig weiterentwickelt. Hinter allen Angeboten stehe die Frage: „Was brauchen Familien heute?“ Von offenen Spielkreisen über klassische Eltern-Kind-Gruppen reicht das Angebot bis zu Rückengymnastik und Seniorentanz. Elterntraining, Rechtsberatung und Tipps zur kreativen Freizeitgestaltung runden die Palette ab.

Seit 2003 liegt die Trägerschaft der Evangelischen Familienbildung im Kreis Offenbach bei den Evangelischen Dekanaten Dreieich und Rodgau, ihren Sitz hat die Einrichtung im Langener Haus der Kirche. Der Rodgauer Dekan Carsten Tag nannte in seinem Grußwort beeindruckende Zahlen: Die Kurse, Gruppen und Projekte finden in 13 Kommunen vorwiegend in den evangelischen Kirchengemeinden der Dekanate Dreieich und Rodgau statt. Die 69 Kursleiterinnen bedienen somit flächendeckend das Einzugsgebiet des Kreises Offenbach. „2016 nutzten 4.156 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die insgesamt 311 Angebote – davon fast 1.000 Kinder“, zählte Tag auf. Mit knapp 3.000 Teilnehmenden stellten Frauen die größte Gruppe, „aber immerhin 195 Männer haben auch mitgemacht“, sagte er. „Hierin liegt eine Herausforderung, mehr Männer anzusprechen, ihre Vaterrolle wahrzunehmen!“

„Selten passt ein Leitbild so gut zum Angebot, wie das hier der Fall ist“, lobte Carsten Müller. Als Kreisbeigeordneter, der auch für Soziales zuständig ist, hat er die Arbeit der Familienbildung seit vielen Jahren begleitet und fungiert von Beginn an als Schirmherr von „Hand in Hand“. Das Patenschaftsprojekt für Familien in prekären Lebenssituationen feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Zur Unterstützung der Arbeit überreichte er Angela Ruland einen Scheck über 250 Euro.

„Weisheit erwerben ist besser als Gold“, zitierte Frieder Gebhardt aus der Bibel. „An diesen Worten orientiert sich die Evangelische Familienbildung seit ihrer Gründung und setzt sie erfolgreich in die Tat um“, führte Langens Bürgermeister aus und überbrachte den Dank der Stadt für die Verdienste in der Erwachsenen- und Familienbildung. Zum einen leiste die Familienbildung einen wertvollen Beitrag zur Kinderbetreuung, zum anderen ergänzten die Kurse die Angebote der Volkshochschule. „Wer den Menschen über ein halbes Jahrhundert hinweg so gekonnt passgenaue und Orientierung gebende Angebote unterbreitet, hat bewiesen, dass er deren Bedürfnisse kennt und in der Lage ist, auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren“, stellte er anerkennend fest.

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